Du hast Hanfsamen erstanden und möchtest nun dein erstes Grow-Experiment starten? Dann steht zunächst das Auskeimen auf dem Programm. Wenn du Hanfsamen keimen lassen möchtest, aber nicht weißt, wie: Dann bist du hier richtig! In diesem Beitrag erfährst du alles zur wichtigen ersten Phase deiner Hanfpflänzchen. Wir zeigen dir mehrere einfache Methoden, um aus deinen wertvollen Samen gesunde Setzlinge zu ziehen. Am Schluss beantworten wir die häufigsten Fragen zum Thema „Hanfsamen keimen lassen“.

Hinweis: Wir von Dr. Greenthumb verkaufen nur 100 % legale Cannabisprodukte und stehen für die legale Konsumation von natürlichen Hanfprodukten. Daher wollen wir auch ausdrücklich nicht zu illegalem Hanf-Anbau anregen. In Österreich dürfen Hanfpflanzen nicht zum Zweck der Suchtgiftherstellung angebaut werden. Zierpflanzen, die nicht blühen, wären daher noch im Rahmen des Gesetzes. In Deutschland darf Hanf von Privatpersonen ganz grundsätzlich nicht angepflanzt werden. Jede und jeder ist selbst dafür verantwortlich, auf welche Art und Weise die folgenden Tipps eingesetzt werden.

Was passiert eigentlich bei der Keimung?

„Keimen“ bedeutet, dass aus einem trockenen Pflanzensamen der erste Trieb zu sprießen beginnt. Jeder Same einer Pflanze enthält quasi ein „Pflanzen-Embryo“ und Nährstoffe. Unter den richtigen Bedingungen (meist Feuchtigkeit, Wärme und Sauerstoff) entwickelt sich ein kleiner Spross, der die Samenschale durchbricht und aus dem dann die Jungpflanze entsteht.

Hanfsamen keimen lassen: die Goldenen Regeln

Für alle, die wenig Zeit haben, fassen wir zunächst die essenziellen Punkte knapp zusammen. Wir präsentieren also die Goldenen Regeln, wenn man Hanfsamen keimen lassen will:

  • Untergrund feucht halten, aber nicht zu nass
  • Für die richtige Temperatur sorgen (ca. 22-25 °C)
  • Dunkelheit ist in der Keimphase besser
  • Hygiene: Die Keimlinge sind sehr empfindlich. Händewaschen ist Pflicht, am besten nur mit Plastikhandschuhen oder desinfizierter Pinzette berühren.
  • Samen so wenig wie möglich bewegen: Wie gesagt, die jungen Keimlinge sind sehr empfindlich.
  • Geduld haben: Die Natur braucht manchmal ein wenig länger, also stresse dich nicht unnötig!

Für den optimalen Keimungserfolg solltest du dir außerdem folgende Hilfsmittel besorgen:

  • eine Pinzette, mit der du die empfindlichen Keimlinge vorsichtig verpflanzen kannst, und
  • eine Sprühflasche, damit du den Untergrund leicht befeuchten kannst.

Deine Cannabis-Samen keimen lassen: ausführliche Anleitung

Nun aber zu einer ausführlicheren Anleitung. Grundsätzlich gibt es mehrere Methoden, wie du Cannabis-Samen keimen lassen kannst. Die 3 wichtigsten Methoden sind: Keimen auf feuchten Küchentüchern, Keimen in einem Glas mit Wasser und Keimen direkt im Grow-Medium (zum Beispiel Erde). Wir zeigen dir in wenigen Schritten, wie es geht und was du beachten musst.

Methode 1: feuchte Küchenrolle

Diese Methode ist sicherlich am weitesten verbreitet und gilt bei einigen Growern auch als die beste. Man benötigt dazu eine saugfähige Unterlage, zum Beispiel Küchenrolle, es eignen sich aber auch Wattepads oder Papiertaschentücher.

Cannabis Samen am Küchentuch keimen lassen

Die Küchenrolle-Methode gilt bei einigen Growern auch als die beste.

So gehst du vor:

  • Nimm 3-4 Blätter Küchenrolle, feuchte sie gut an und lege sie auf einen Teller.
  • Gieße überschüssiges Wasser ab, denn die Samen sollten bei dieser Methode nicht im Wasser liegen.
  • Platziere nun die Hanfsamen auf der Küchenrolle. Verwende dazu am besten eine Pinzette oder einen Löffel. Lass dabei einen Freiraum von 2-3 Zentimetern um jeden Samen. So haben sie genug Platz, um Wurzeln zu bilden.
  • Einige weitere Lagen Küchenrolle anfeuchten und über die Samen legen.
  • Einen zweiten Teller darüberlegen, sodass sich die Hanfsamen im Dunkeln befinden.
  • Teller an einem warmen Ort aufstellen (ca. 22-25 °C). Küchenpapier unbedingt feucht halten, am besten alle 6 Stunden mit der Sprühflasche anfeuchten.
  • Nach 2-4 Tagen sollten kleine weiße Wurzeln zu sehen sein. Falls nicht, keine Panik: Unter Umständen dauert es auch bis zu 10 Tage – also nur Geduld!
  • Wenn die kleinen weißen Wurzeln zu erkennen sind, die Keimlinge vorsichtig in Erde oder Steinwolle pflanzen. Dazu eine desinfizierte Pinzette verwenden. Ein kleines Loch in die Erde bohren und die Samen ca. einen halben Zentimeter tief in die Erde setzen. Die Wurzel sollte nach unten zeigen. Locker mit Erde bedecken und anfeuchten.
  • Nach ungefähr einer Woche schauen die ersten grünen Pflänzchen aus der Erde. Dann beginnt die Beleuchtungsphase.

Methode 2: Wasserglas

Die zweite Methode ist noch einfacher – im Prinzip gibt man die Samen einfach für eine kurze Zeit in ein Glas mit Wasser. Die Wasserglas-Methode ist allerdings nicht ganz unumstritten und einige Samenhersteller raten sogar von ihr ab. Trotzdem gibt es auch viele, die auf diese Weise ihre Hanf-Pflänzchen anzüchten

Hanfsamen im Wasserglas

Bei dieser Methode gibt man die Hanfsamen für eine kurze Zeit in ein Glas mit Wasser.

So geht’s:

  • Die Cannabis-Samen in ein Glas mit lauwarmem Wasser geben (ca. 20-25 °C).
  • Das Glas in eine abgedunkelte Umgebung stellen, zum Beispiel einen Schrank. Darauf achten, dass die Umgebungstemperatur konstant bei 20-25 °C bleibt.
  • Jetzt gibt es mehrere Möglichkeiten: Entweder nur 24 Stunden quellen lassen und dann auf Küchenpapier weiter auskeimen lassen (siehe oben) oder komplett im Wasserglas keimen lassen. Bei der zweiten Möglichkeit wartet man 2-3 Tage, bis die kleinen Wurzeln zu sehen sind.
  • Wenn die kleinen weißen Wurzeln erscheinen, werden die Keimlinge in das Medium (Erde oder Steinwolle) gepflanzt. Mit einer desinfizierten Pinzette die angekeimten Samen in ein kleines Loch in der Erde setzen (ca. ½ Zentimeter tief, die Wurzel zeigt nach unten), mit Erde bedecken und feucht halten.
  • Nach rund einer Woche wachsen die ersten grünen Triebe aus der Erde und die Beleuchtungsphase beginnt.

Methode 3: direkt in der Erde

Bei der dritten Methode verzichtet man komplett auf ein Vorkeimen und gibt die Samen gleich in das Grow-Medium (meistens Erde oder Steinwolle). Der Vorteil dieser Methode ist, dass die empfindlichen Hanfsamen nicht verpflanzt werden müssen. Allerdings kannst du vor dem Einpflanzen nicht überprüfen, ob auch wirklich alle Samen keimfähig sind.

Am besten eignet sich für diese Methode spezielle Anzuchterde, die alle Nährstoffe in optimaler Menge enthält. Achtung: Der Keimvorgang sollte auf jeden Fall indoor stattfinden. Die Hanfsamen brauchen in dieser Phase gleichmäßige Temperatur und Feuchtigkeit. Keimen im Freien geht bei Hanfsamen fast immer schief, weil die Bedingungen dort zu unbeständig sind.

Samen keimen in der Erde

Bei dieser Methode verzichtet man komplett auf das Vorkeimen und gibt die Samen gleich in eine spezielle Anzuchterde.

Du gehst folgendermaßen vor:

  • Gib die Hanfsamen direkt in die Anzuchterde: In ca. 1 Zentimeter Tiefe in ein vorgefertigtes Loch setzen und locker mit Erde überdecken.
  • Erde befeuchten – sie sollte aber nicht nass sein!
  • Plastikfolie mit kleinen Löchern über die Blumentöpfe spannen. Damit schaffst du ein optimales Klima für die Keimlinge.
  • Darauf achten, dass die Temperatur konstant bei 20-25 °C bleibt.
  • Die Samen keimen nun idealerweise unter der Erde. Nach 4-10 Tagen sollten die ersten Pflänzchen an der Oberfläche erscheinen. Danach kannst du die Plastikfolie entfernen und mit der Beleuchtung starten.

Hanfsamen nach dem Keimen – So geht es weiter

Nach der Keimung treibt die junge Pflanze zuerst ihre Wurzel sehr schnell in die Tiefe der Erde, bis sie lang genug ist, Stängel und Blätter zu halten. Dann treibt die Hanfpflanze nach oben aus und aus der Samenschale bricht das erste Blattpaar heraus. Wundere dich nicht, wenn diese beiden Blätter noch nicht die typische gezackte Form haben. Diese sogenannten „Keimlingsblätter“ unterscheiden sich völlig von den weiteren Blättern.

Wie lange brauchen Hanfsamen zum Keimen?

Die Keimlingblätter sehen noch nicht aus wie die typischen Hanfblätter.

Die jungen Pflanzen (Sämlinge) benötigen nun vor allem Wasser und Licht in der richtigen Menge. Gieße die Sämlinge regelmäßig, aber achte darauf, dass sie nicht zu viel Wasser erhalten. Um eine Überbewässerung zu verhindern, muss das Wasser gut aus dem Topf abfließen können (zum Beispiel durch Abflusslöcher).

Die Beleuchtung für Sämlinge sollte aus einem Zyklus von 18 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit bestehen. Achtung: Wenn deine Pflanzen schon größer sind und du sie kürzer beleuchtest (rund 12 Stunden pro Tag), dann fangen sie an zu blühen – was illegal ist. Die Umgebungstemperatur für die Jungpflanzen sollte ungefähr 20 °C betragen.

Cannabis-Samen keimen lassen: die häufigsten Fragen

Da Hanfsamen sehr teuer sind, möchte man bei der Keimung natürlich alles richtig machen. Nicht, dass durch mangelndes Wissen ein paar der wertvollen Samen kaputtgehen! Wir haben ein paar der FAQs zum Thema „Hanfsamen keimen lassen“ gesammelt und liefern dir hier die Antworten.

Wie lange brauchen Hanfsamen zum Keimen?

Wenn man die Hanfsamen auf Küchenrolle oder im Wasserglas vorkeimen lässt, dann stellt sich die Frage: Wie lange musst du warten, bis du sie ins Medium einpflanzt? Im Grunde hängt das nicht von einer bestimmten Zeitspanne ab, sondern davon, wie lang die kleinen weißen Wurzeln der Samen sind. Wenn diese 3-5 Millimeter lang sind, dann solltest du sie umpflanzen. Meistens ist das nach 2-5 Tagen der Fall. Achtung: Warte nicht zu lange – bei langen Wurzeln besteht eine größere Gefahr, sie beim Umpflanzen zu beschädigen.

Hilfe, meine Samen keimen nicht – was nun?

Wenn Hanfsamen nicht keimen, kann das viele Ursachen haben. Zunächst einmal heißt es Geduld bewahren, denn manche Samen keimen auch erst nach 10 Tagen. Bewege die Samen nicht, warte ab und sorge für beste Bedingungen: Untergrund schön feucht, aber nicht zu nass halten, Temperatur zwischen 20 und 25 °C und Dunkelheit.

Keimen die Samen auch nach zwei Wochen nicht, war evtl. der pH-Wert des Wassers zu hoch bzw. zu tief (dieser sollte zwischen 5,5 und 6,5 liegen) oder die Samen wurden beim Transport beschädigt. Grundsätzlich ist es aber normal, dass nicht immer 100 % aller Hanfsamen aufgehen. Es handelt sich schließlich um ein Naturprodukt, das nicht komplett kontrollierbar ist.

Welches ist die beste Methode, um Hanfsamen keimen zu lassen?

Dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. Generell haben die Methoden Vor- und Nachteile, und die optimale Methode hängt auch von der Hanfsorte und dem Alter der Hanfsamen ab. Ältere Hanfsamen benötigen mehr Feuchtigkeit, deshalb weicht man sie meistens 12 Stunden im Wasserglas auf. Bei neuen Samen ist das nicht unbedingt notwendig.

Die Hanfsamen auf feuchtem Küchenpapier vorkeimen zu lassen, hat den Vorteil, dass man kaputte Samen gleich identifizieren kann. Samen, die nicht keimen, lassen sich somit entsorgen und es wird kein Pflanzplatz dafür verschwendet. Setzt man die Samen jedoch sofort in die Erde, merkt man erst spät, welche Samen nicht auskeimen.

Wenn man die Hanfsamen direkt in die Erde setzt, ist das aber schonender für die Keimlinge. Denn man muss die empfindlichen Samen nach dem Keimen nicht mehr bewegen, wie bei der Küchenpapier-Methode.

Cannabis-Samen keimen lassen – bei welcher Temperatur?

Wenn du Hanfsamen keimen lassen willst, sollte die Temperatur zwischen 20 und 25 °C liegen. Je höher die Temperatur ist, desto schneller geht das Keimen. Allerdings sollte es auch nicht viel wärmer als 26 °C sein, sonst keimen die Samen nicht. Wir wünschen dir viel Erfolg mit deinen Pflanzen!

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