Du planst einen Urlaub im Ausland und möchtest dabei nicht auf CBD-Produkte verzichten? Je nach Land kann das mehr oder weniger kompliziert werden. Denn in vielen Urlaubsländern ist der rechtliche Status von CBD nicht eindeutig – und mancherorts wird es sogar dem berauschenden Marihuana gleichgesetzt. Deshalb gilt vor einer Reise immer: Gründlich über die rechtliche Lage im Zielland informieren! In diesem Ratgeber erfährst du, was du beim Reisen mit CBD beachten musst, in welche Länder du dein CBD-Öl sorgenfrei mitnehmen kannst – und wo du es lieber unterlassen solltest.

Reisen mit CBD in EU-Länder: unterschiedliche Regelungen

Bei Reisen innerhalb der EU stehen die Chancen gut, dass das CBD-Öl mit in den Koffer darf. Denn die meisten EU-Länder – so wie Deutschland und Österreich – erlauben den Kauf und den Besitz von CBD-Produkten, solange diese nicht berauschend wirken. Das bedeutet, dass die CBD-Produkte einen gewissen Schwellenwert des berauschenden Wirkstoffes THC nicht überschreiten dürfen.

Jedoch ist dieser Schwellenwert EU-weit nicht einheitlich: Beispielsweise dürfen Cannabisprodukte in Deutschland maximal 0,2% THC enthalten, damit sie legal sind. In Österreich sind CBD-Produkte bis zu einem THC-Gehalt von 0,3% THC erlaubt und in der Schweiz liegt der Schwellenwert sogar bei 1%. Deshalb heißt es hier aufzupassen, damit man nicht versehentlich mit einem schweizerischen CBD-Produkt nach Deutschland reist und sich damit strafbar macht. Auch in der EU gilt: Vor dem Überschreiten einer Grenze solltest du dich informieren, welche Regeln bezüglich CBD im jeweiligen Zielland gelten.

Mit Auto und Zug im Schengenraum: keine Kontrolle, keine Sorgen?

Wenn du mit Auto oder Zug im Schengenraum unterwegs bist, ergibt sich außerdem der Vorteil, dass du womöglich gar nicht kontrolliert wirst, denn Grenzkontrollen zwischen Schengen-Mitgliedsstaaten finden üblicherweise nicht statt. Trotzdem ist hier Vorsicht die Mutter der Porzellankiste: Es finden immer wieder anlassbezogene Kontrollen statt, zum Beispiel bei Fahndungen oder Großveranstaltungen. Deshalb ist es auch bei Autofahrten zwischen Schengen-Staaten ratsam, nur CBD-Produkte dabeizuhaben, die im jeweiligen Land auch erlaubt sind.

Reisen mit CBD in Länder außerhalb der Europäischen Union

Wesentlich heikler ist das Reisen mit CBD-Produkten außerhalb der Europäischen Union. Denn in punkto CBD besteht weltweit viel Aufklärungsbedarf – und man kann nicht davon ausgehen, dass jeder Grenzbeamte weiß, dass es sich bei CBD nicht um das berauschende Marihuana handelt. Nicht selten werden auch CBD-Produkte mit jenen aus dem psychoaktiven THC in einen Topf geworfen und das Hanfblatt auf der Verpackung des CBD-Öls könnte zu unangenehmen Zwischenfällen führen. Besonders in den meisten asiatischen Ländern und im arabischen Raum ist die Gesetzgebung, was Cannabis betrifft, sehr streng – es drohen hohe Geld- und sogar Haftstrafen.

Die Grundregel Nummer eins lautet daher:
Vor der Reise verlässliche und aktuelle Informationen einholen, wie der rechtliche Status von CBD im Urlaubsland aussieht.

„Verlässliche Information“ bedeutet, dass man sich dazu Rat von offizieller Seite holt und nicht auf Internetforen oder Ähnliches zurückgreift. Am besten ist es, bei der Botschaft des Ziellandes nachzufragen. Eine Liste mit allen Botschaften, Telefonnummern und E-Mail-Adressen findet sich beispielsweise auf der Webseite des österreichischen Außenministeriums. Achte aber auch unbedingt darauf, dass die Information aktuell ist, da sich die Regelungen hinsichtlich CBD schnell ändern können.

CBD und Grenzkontrollen

Länder mit liberaler Cannabis-Gesetzgebung: Hier sollte CBD kein Problem darstellen

Als Orientierungspunkt kannst du dir auch ansehen, wie die Gesetzeslage bezüglich Cannabis allgemein aussieht: Wenn ein Land den Besitz von Cannabis mit THC erlaubt, dann kannst du davon ausgehen, dass auch dein CBD-Öl kein Problem darstellt. In den folgenden Ländern gibt es beispielsweise eine sehr liberale Cannabis-Gesetzgebung:

  • Kanada: Erwachsene ab 19 Jahren dürfen hier legaler Weise bis zu 30 Gramm Cannabis mit sich führen.
  • Südafrika: Der Konsum von Cannabis ist im privaten Bereich erlaubt.
  • Niederlande: Cannabisbesitz ist zwar illegal, bleibt bis zu einer Menge von 5 Gramm straffrei.
  • Georgien: Der Besitz und Konsum von Cannabis ist legal.

Reisen mit CBD: Diese Vorsichtsmaßnahmen kannst du treffen

Du hast dich bereits gründlich informiert, wie die Gesetzeslage in Bezug auf CBD in deinem Urlaubsland aussieht? Dann gibt es noch ein paar weitere Maßnahmen, die das Reisen mit CBD entspannter machen:

  • Nimm eine Beschreibung des CBD-Produkts und eine Liste der Inhaltsstoffe mit – am besten in Englisch und der jeweiligen Landessprache.
  • Wenn dir das CBD-Präparat vom Arzt verschrieben wurde, dann führe ein ärztliches Attest mit dir, welches das bestätigt. Das Attest sollte ebenfalls ins Englische und – wenn möglich – die Landessprache übersetzt sein.
  • Im besten Fall hast du auch noch ein übersetztes Analysezertifikat vom Hersteller dabei, das die Inhaltsstoffe des Präparats bestätigt.

Reisen mit CBD-Öl: Achtung bei Flüssigkeit im Handgepäck!

Aufpassen solltest du beim Fliegen, wenn du CBD in flüssiger Form mitführst, zum Beispiel bei Reisen mit CBD-Öl. Wie bei allen Flüssigkeiten, musst du bestimmte Auflagen erfüllen, wenn du sie im Handgepäck transportieren willst.

Reisen mit CBD-Öl im Handgepäck

Die Flüssigkeiten müssen in kleinen Behältern von maximal 100 ml verpackt sein und alle gemeinsam in einem transparenten, verschließbaren Plastikbeutel aufbewahrt werden. Wenn du das CBD-Öl im Flugzeug nicht brauchst, dann gib es am besten in das Aufgabegepäck, somit ersparst du dir hier unnötigen Stress.

Ärztlich verschriebene Cannabisprodukte mitführen

Falls dir Cannabis-Präparate ärztlich als Medikament verschrieben wurden, solltest du ebenfalls ein paar Punkte beachten. Auch hier gilt zunächst: Gründlich informieren und im Zweifelsfall bei der Botschaft nachfragen.

Innerhalb der Schengen-Länder gibt es genaue Richtlinien, wenn man potenzielle Rauschmittel als Medikament mitnehmen will: Dafür muss man unter anderem ein spezielles Formular ausfüllen, welches vom verschreibenden Arzt und einem Amtsarzt unterschrieben werden muss. Mit diesem Formular kann man dann bei einer Kontrolle nachweisen, dass es sich beim Cannabis-Präparat um ein notwendiges Medikament handelt.

Für Länder außerhalb des Schengen-Raums gelten wiederum andere Richtlinien. Grundsätzlich solltest du bei heikleren Ländern abwägen, ob die Mitnahme von CBD das Risiko wert ist. Wenn du das Präparat auf der Reise unbedingt brauchst, solltest du überlegen, welche Länder du damit sicher bereisen kannst.

Fazit für Reisen mit CBD: Dos and Don’ts

Reisen mit CBD-Öl ist also durchaus möglich – aber nicht alle Länder eignen sich dann als Reiseziel. Damit du eine rundherum entspannte Zeit hast, hier noch einmal zusammengefasst – die Dos and Don’ts für den Urlaub mit CBD-Produkten:

Das solltest du unterlassen

  • bei Autoreisen denken, dass du sowieso nicht kontrolliert wirst
  • dich auf Informationen aus einem schwindligen Internet-Forum verlassen
  • CBD-Produkte mit großflächigem Hanfblatt-Aufdruck verwenden

Diese Maßnahmen sind ratsam

  • gründliche Recherche, wie die rechtliche Situation im Zielland aussieht (am besten bei der Botschaft nachfragen)
  • bei Reisen in das EU-Ausland besonders vorsichtig sein
  • eine übersetzte Liste mit den Inhaltsstoffen mitnehmen
  • falls es sich um ein ärztlich verschriebenes Medikament handelt: eine übersetzte Bestätigung vom Arzt mitführen
  • im Zweifelsfall auf das CBD-Öl verzichten oder ein anderes Urlaubsland wählen

 

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