Die Begriffe Hanf, Cannabis, Marihuana und Haschisch werden im deutschsprachigen Raum häufig als Synonyme verwendet. Damit wird entweder die ganze Hanfpflanze oder das fertige

Rauschmittel bezeichnet. Im folgenden Ratgeber versuchen wir nicht nur der Begriffsverwirrung rund um die Hanfpflanze ein Ende zu setzten, sondern liefern euch zudem wissenswerte Fakten zum Thema Haschisch.

Was ist Hanf?

Hanf ist der Name einer Pflanzengattung innerhalb der Familie der Hanfgewächse. Die Pflanze zählt zu den ältesten Nutz- und Zierpflanzen der Welt. Im deutschsprachigen Raum wird der Begriff Hanf fälschlicherweise meist für die gesamten Bestandteile der Hanfpflanze verwendet, also auch für die Fasern, Samen, Blätter und Blüten.

Was ist Cannabis?

Cannabis ist schlichtweg das lateinische Wort für Hanf und wird auch in der Wissenschaft als Bezeichnung für die Hanfpflanze verwendet. Die zweite wichtige Nutzpflanze, die ebenfalls zur Familie der Hanfgewächse gehört, ist übrigens der Hopfen.

Cannabinoide: Potenzial, Rezeptoren und Eigenschaften

Cannabis ist das lateinische Wort für Hanf.

Was ist der Unterschied zwischen Cannabis und Marihuana?

Cannabis ist im Prinzip nichts anderes als die Hanfpflanze. Als Marihuana werden hingegen nur die getrockneten, harzhaltigen Blüten und blütennahen Blätter der weiblichen Hanfpflanze bezeichnet. Marihuana wird einerseits als Rauschmittel verwendet, aber auch als Arzneimittel genutzt.

Meist wird Marihuana nach unvollständiger Verbrennung geraucht oder beim Verdampfen inhaliert. Umgangssprachlich wird es dabei auch als Gras, Weed, Pot oder Ganja bezeichnet. Das Farbenspektrum von Marihuana reicht je nach Qualität, Herkunft, Anbaumethode und Trocknungsgrad von grün über bräunlich bis zu weiß oder leicht lila.

Was ist der Unterschied zwischen Cannabis und Marihuana?

Marihuana sind die getrockneten Blüten und blütennahen Blätter der weiblichen Cannabis-Pflanze.

Was ist der Unterschied zwischen Marihuana und Haschisch?

Genauso wie Marihuana wird auch Haschisch aus der Hanfpflanze hergestellt. Der Unterschied ist jedoch, dass als Haschisch das gesammelte und gepresste Harz bezeichnet wird. Das Harz ist auf den Drüsenhaaren der weiblichen Hanfpflanze zu finden, sodass Haschisch also von den mit Harz besetzen Blüten und Blättern gewonnen werden kann.

Für den Verkauf wird Haschisch oft zu Platten oder Blöcken gepresst und daher häufig auch als Piece bezeichnet (engl. für „Stück“). Umgangssprachlich wird Haschisch verkürzt oft auch ganz einfach Hasch genannt. Je nach Qualität und Herstellungsmethode reicht die Farbe von Haschisch von hellgrau über braun bis zu mattem schwarz.

Was ist der Unterschied zwischen Hasch und Gras?

Nach den Begriffserklärungen ist der Unterschied zwischen Hasch und Gras ganz einfach zu erklären. Hasch ist eine Abkürzung für Haschisch und bezeichnet das gepresste Harz, das aus der Hanfpflanze gewonnen wird.   Gras ist hingegen eine gängige Bezeichnung für Marihuana, also den getrockneten Blüten der weiblichen Hanfpflanze.

Was ist CBD-Gras?

CBD steht für Cannabidiol und ist ein weiteres Produkt, das aus der der weiblichen Hanfpflanze gewonnen wird. In der Hanfpflanze wurden mittlerweile circa 500 verschiedene Bestandteile nachgewiesen, darunter auch circa 60 Cannabinoide. Zu den bekanntesten Cannabinoiden zählen Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CHB).

Im Gegensatz zum THC handelt es sich bei CBD um einen nicht psychoaktiven Wirkstoff der Hanfpflanze. CBD fällt damit nicht unter das Suchtmittelgesetz und wird in vielfältiger Weise verkauft. Als CBD-Gras werden dabei die getrockneten Blüten der weiblichen Hanfpflanze bezeichnet, die weniger als 0,3 % THC-Anteil besitzen.

Wissenswertes zu Haschisch

Nachdem die Begriffsverwirrung rund um die Hanfpflanze nun geklärt ist, werden wir im Folgenden näher auf einige wissenswerte Fakten zum Thema Haschisch eingehen. Der Name Haschisch kommt ursprünglich aus dem Arabischen und heißt wörtlich übersetzt „Gras“ bzw. „Heu“. Haschisch wird neben Hasch und Piece auch noch als Shit, Bolle, Stoff oder Dope bezeichnet.

Haschisch Herstellung

Haschisch wird in heißen Ländern wie Afghanistan, Marokko, Pakistan, der Türkei und dem Libanon auf natürliche Weise angebaut. Der Herstellungsort des Haschisch lässt sich häufig an der Farbe erkennen und daraus sind auch Bezeichnungen wie „der schwarze Afghane“ oder der „roter Libanese“ entstanden.

Haschisch

Haschisch ist das gepresste Harz, das aus der Hanfpflanze gewonnen wird.

Afghanistan ist der weltgrößte Ertragsproduzent von Haschisch, denn dort werden pro Hektar 145 Kilogramm Haschisch produziert. Marokko gilt zwar als das größte Cannabisanbaugebiet der Welt, dort wird aber vergleichsweise wenig Haschisch produziert, nämlich 40 Kilogramm pro Hektar.

Bei der Haschischherstellung werden jene Pflanzenteile, die das meiste Harz und somit THC enthalten, mit Sieben von den restlichen Pflanzenteilen getrennt. Durch eine trockene Siebung wird Harzpulver gewonnen, das schließlich zu Haschisch gepresst wird.

Haschisch Wirkung

Im Gegensatz zu den unter Kunstlicht gezüchteten Cannabispflanzen sind jene aus den traditionellen Anbaugebieten ärmer an THC. Die Haschisch-Harze bestehen bis zu 80 % aus Cannabinoiden, wobei der Anteil an THC zwischen 10 % und 30 % betragen kann. Der THC-Gehalt von Haschisch liegt meist über dem von Marihuana, weshalb auch die Wirkung stärker ist.

Haschisch und Marihuana haben normalerweise eine beruhigende und entspannende Wirkung. Je nach Qualität, Menge und individuellen physischen und psychichen Gegebenheiten können jedoch verschiedene Effekte auftreten von Heiterkeit über intensive Sinneswahrnehmungen bis zu Unruhe. Eine tödliche Überdosis ist durch Konsum vom Haschisch beim Menschen aber nicht gegeben.

Haschischsorten

Haschisch ist in verschiedenen Sorten, Farben und Konsistenzen erhältlich. Der Wirkstoffgehalt der verschiedenen Sorten ist aber nicht nur von der Ausgangsqualität abhängig, sondern auch von Streckmitteln, die leider zum Teil verwendet werden.   In den 1970er Jahren, der sogenannten Hippie-Zeit, wurden die traditionellen Haschisch-Sorten grob nach Anbaugebieten bzw. Farben unterteilt. Bekannte Beispiel sind:

  • Die schwarzen Sorten aus Nepal, Indien, Pakistan, Marokko und Afghanistan, besonders bekannt ist der „Schwarze Afghane“.
  • Der „Rote Libanese“, der aus Hanfpflanzen gewonnen wird, die so lange auf dem Feld stehen gelassen werden, bis sie eine rötliche Färbung angenommen haben.
  • Der „Grüner Türke“, der seine Farbe durch das grobe Pflanzenmaterial erhält.

Mittlerweile gibt es unzählige verschiedene Haschischsorten und -bezeichnungen, die zu einem großen Teil immer noch an den Ländernamen und Farben angelehnt sind.

Haschisch Sorten

Die Haschischsorten und -bezeichnungen sind großteils an Ländernamen und Farben angelehnt.

Haschisch als Medizin

In der traditionellen Heilkunde vieler Kulturen wird die Cannabispflanze bereits seit Jahrtausenden als Heilmittel verwendet und hat mittlerweile auch Einzug in die moderne Medizin gefunden. Schon seit über 30 Jahren werden die sogenannten Phytocannabinoide oder synthetische Analoge zur Behandlung verschiedener Krankheitsbilder angewendet.

Medizinischer Cannabis kommt vor allem bei Erbrechen, Appetitslosigkeit im Zusammenhang mit einer Chemotherapie oder AIDS, spastischen Krämpfen durch MS, Epilepsie, starken Schmerzen und bei geriatrischen Patienten Zum Einsatz. Mittlerweile werden zudem häufig chronische Entzündungen, Depressionen und Angststörungen damit behandelt.

In Österreich darf Cannabis nur dann als verkehrs- und verschreibungspflichtiges Arzneimittel eingesetzt werden, wenn es als Fertigarzneimittel zugelassen ist. In Deutschland sind hingegen auch Cannabisblüten und -extrakte als Medikamente zugelassen. Die Voraussetzung ist jedoch, dass der Cannabis aus einem speziell für medizinische Zwecke ausgelegten Anbau stammt, der staatlich kontrolliert wird. Haschisch und Marihuana werden also nicht nur als Raschmittel genutzt, sondern leisten auch in der Medizin einen wichtigen Beitrag.

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